Resolution der Mitgliederversammlung des Landestierschutzverbandes Brandenburg e.V. zur Änderung der Hundehalterverordnung Brandenburg

Landestierschutzverband Brandenburg e.V.
im Deutschen Tierschutzbund e.V.
Potsdam, d. 21.April 2012
Resolution der Mitgliederversammlung
des Landestierschutzverbandes Brandenburg e.V.
im Deutschen Tierschutzbund e.V.
Gerechtigkeit statt Diskriminierung!
Einen friedlichen Hund ohne Vorkommnisse aufgrund seiner Rassezugehörigkeit
wegzusperren, ist unsinnig. So geschieht es jedoch mit den so genannten Listenhunden. Dies
sind Hunde jener Rassen, die nach der Hundehalterverordnung Brandenburg als
unwiderleglich gefährlich gelten – American Pitbull Terrier, American Staffordshire Terrier,
Staffordshire Bullterrier, Bullterrier, Tosa Inu sowie ihre Mischlinge. Sie gelten als
gefährlich, unabhängig davon, wie friedfertig sie tatsächlich sind, und müssen ihr Leben
hinter den Gitterstäben ihres Zwingers im Tierheim fristen.
Zentrale Forderung ist daher, die Auflistung von Hunden im § 8 der HundehV Brandenburg
abzuschaffen.
Der Landesvertierschutzverband Brandenburg engagiert sich für die Einführung des
„Hundeführerscheins“.
Wir möchten erreichen, dass alle Hunde – unabhängig von Größe und Rasse – artgerecht
gehalten und geführt werden. Denn nur, wenn die Hundehalter entsprechende Sachkenntnisse
– therotischer und praktischer Natur haben – kann überhaupt gewährleistet werden, dass von
dem jeweiligen Hund weder eine Belästigung noch ein Gefahr ausgeht.
Die Einführung der Rasselisten hat ihr Ziel weit verfehlt. Es gibt zahlreiche Statistiken und
wissenschaftliche Untersuchungen die belegen, dass das Aggressionsverhalten kein
rassespezifisches Merkmal ist. Grundsätzlich handelt es sich beim Aggressionsverhalten um
erlerntes Verhalten, und zwar durch den unsachgemäßen Umgang mit dem Hund und
aufgrund mangelnder Sachkompetenz des Halters.
Nicht die Rassezugehörigkeit, sondern die Unwissenheit, menschliches Fehlverhalten, sind
neben mangelnder/falscher Erziehung und nicht artgerechter Haltung/Beschäftigung die
Hauptursachen für gezeigtes Aggressionsverhalten von Hunden.
Wir fordern daher
– die Abschaffung von Rasselisten angeblich gefährlicher Hunde in der Brandenburger
Hundehalterverordnung und
– die Einführung einer verbindlichen Sachkundeschulung für Hundehalter bzw. eines
Hundeführerscheins vor der Anschaffung eines Hundes unabhängig von der Rasse und Größe.